Technische Biologie - Biophysik für Informatiker


Vorwort

Die Nervenzelle

Die Synapse

Signalverarbeitung in der Nervenzelle

Das Axon

Weitere Themen

Literatur


Verarbeitung der Signale in der Nervenzelle


Wird man in der Prüfung nach Aufbau und Funktion der Nervenzelle gefragt, wird man grundsätzlich auch nach der Verarbeitung der Signale gefragt.

Die Signale der Nervenzelle sind frequenzmoduliert (FM). Ausnahme: Signale von Sinneszellen sind amplitudenmoduliert (AM).

Nachdem die Signale über die Synapsen in die Dendriten (Fortsätze der Nervenzelle) gelangt sind, findet dort eine Signalverarbeitung (Verrechnung) statt.

Die Eingangssignale werden auffsummiert. Wird dabei der Schwellwert überschritten, so wird am Axonhügel ein Aktionspotential ausgelöst, sonst nicht ("Alles oder Nichts Prinzip"). Man spricht dabei auch von zeitlicher und räumlicher Summierung: Die Nervenzellen sind untereinander vernetzt. Allerdings kommen die Signale nicht zeitgleich an den Dendriten an.

Beim Aufbau des Aktionspotentials spielen spannungsgesteuerte Ionenkanäe die entscheidende Rolle. Sie öffnen, wenn eine bestimmte Schwellspannung erreicht wird. Durch die Öffnung dieser Natrium-Ionenkanäle strömen Natrium-Ionen in das Zellinnere, wodurch die Membranspannung weiter in Richtung positiver Werte verschoben wird. Man spricht hier auch von Depolarisation. Dies bewirkt die Öffnung weiterer Natrium-Ionenkanäle (Lawinen-Effekt). Falls die Membranspannung noch negativere Werte, als das Ruhepotential erreicht, spricht man auch von Hyperpolarisation.

Merke:

  • Aufbau des Ruhepotentials durch Kalium-Ionen
  • Aufbau des Aktionspotentioal durch Natrium-Ionen

Man sollte ebenfalls den zeitlichen Verlauf des Aktionspotentials skizzieren können, was aber für einen Informatik-Studenten kein Problem sein sollte:

Aktionspotential

Das Aktionspotential dauert etwa 1-2ms an, dannach fällt die Membranspannung wieder auf den Wert des Ruhepotentials ab. Der Knick beim Anstieg der Spannung beruht darauf, daß zunächst nur wenige Natrium-Ionenkanäle offen sind und später in Folge der Depolarisierung weitere Natrium-Ionenkanäle öffnen. Nach Auslösen des Aktionspotentials bleibt die Nervenzelle für kurze Zeit unerregbar (Refraktärperiode).

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